Traditionskegelclub von 1992

LTU 1999
03. - 05. Dezember 1999 nach Winterberg

Tourbericht

"lekketäsch lässt die Puppen tanzen"

Die Kegeltour 1999 führte uns zur Nr. 1 des Wintersports außerhalb des Alpenraumes, zur Perle des Sauerlandes, ja es ging nach Winterberg.

Die Organisatoren Pläät und Waldää hatten zunächst Schwierigkeiten eine adäquate Unterkunft zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen, da es die Hotellerie an diesem mondänen Wintersportort nicht nötig zu haben schien, an Jedermann zu vermieten. Allein der Anschein, es könne sich womöglich um einen saufenden und randalierenden Kegelclub handeln, reichte für schroffe Absagen.

Zum ersten Mal kam es uns dann zur Hilfe, dass wir formell eine Betriebssportgemeinschaft der KSK sind. Der Hinweis hierauf erweckte für Herbergsvater Konrad K. den Anschein von Seriosität. Um sich noch letzte Gewissheit zu verschaffen, versicherte er sich noch hinterrücks bei unserer Personalabteilung unserer charakterlichen Einwandfreiheit und unserer tugendhaften Gesinnung. Freilich konnte er nicht wissen, dass die gute Referenz von unserem geschätzten Kegelbruder Fred Schwarz vom Kegelclub „Ruck zuck“ gegeben wurde.

Hierdurch gnädig gestimmt, lud uns der verschlagene Konrad K. für insgesamt 690,-- DM in sein zukünftig unterwohntes Ferienhaus am Fuße der Weltcup-Bobbahn ein. Zu diesem Zeitpunkt ahnte er noch nicht, dass er 600,-- DM von der Miete für die Endreinigung brauchen würde. Nutten, so ließ er uns noch wissen, sollten wir uns aber nicht bestellen. Es sei nämlich schon vorgekommen, dass sich hinter seinem Rücken welche bestellt worden sind, ohne dass man ihn sexuell oder pekuniär beteiligt hätte.

Die Anreise erfolgte diesmal im Warsteiner-Sauerland-Express, da wir im letzten Jahr in einen Autobahnstau geraten sind. Um genau zu sein, waren wir die Ersten im Stau, weil Bierkutscher Arnold seinen Toyota-Schankwagen mit samt Zapfanlage und Bierfässern in das vorausfahrende Fahrzeug geparkt hatte. Da sich gleichzeitiges Zapfen, Glas halten und Lenken also als unkomfortabel herausgestellt hatte, bestiegen wir zum Verdruss des Mitropa-Mannes mit einigen Dosen sauerländischem Bier den Zug gen Winterberg. Eben Urlaub von Anfang an. Aus reiner Gutheit hatte Vize-Präser Waldää für jeden Weckmänner besorgt, damit die Kameraden nicht mit nüchternem Magen besoffen aus dem Zug fallen.

Nach unserer lustigen Zugfahrt bezogen wir unsere Herberge am Fuße der Bob-Weltcupbahn. Danach wurde zügig ein Essen in einer nahe gelegenen Pinte eingenommen. Obwohl der Laden keinen 6-Ämter-Tropfen führte, lud er doch zum verweilen ein, so dass noch das ein oder auch andere Bierchen getrunken wurde.

Am Abend folgte dann die obligatorische Jahreshauptversammlung. Damit die Veranstaltung nicht allzu trocken von statten ging, sollten Bier und Pizza besorgt werden. Da wir etwas ab vom Schuss wohnten, waren natürlich alle zu faul das Zeug zu besorgen. Da kam uns Chynaskys verkäuferisches Geschick abermals zugute. Er belaberte abermals einen Taxifahrer derart, dass dieser bereit war, Pizzas und Bier für die ganze Truppe vorbei zu bringen. Der Abend war gerettet.
Zu dieser Zeit machte unserer Linda eine fiese Gastritis oder so ganz besonders zu schaffen. Als er seine fettige Pizza mümmelte, gab er ein Bild des Elends ab. "Ich han et an d`r Mach" stöhnte er. Linda sah so scheiße aus, dass Chicken sogar meinte: "Holt einen Arzt, Linda verreckt".

Beiläufig erfuhren wir aus dem Fernsehen, dass am folgenden Morgen ein Weltcuplauf im Viererbob nur einen Steinwurf von uns entfernt stattfinden sollte. "Viel zu früh" war man sich schnell einig, da bis in den frühen Morgen gefeiert wurde. Dass Paula und Chynasky ungewöhnlich früh das Haus verlassen hatten, wurde schnell bemerkt. Dass die beiden blöden Fressen aber live in "Eurosport" wieder auftauchten, war schon eine Überraschung.
Chynasky als alter ehemaliger Reporter für den lokalen Sport der "Rheinischen Post", hatte den Beiden mit seinem uralten Presseausweis samt Mopedführerscheinfoto doch tatsächlich kostenlosen Zugang zum Pressebereich verschafft. Beide winkten uns alsdann aus dem Startbereich der Bobbahn live via Fernsehkamera zu. Der erste Fernsehauftritt von lekketäsch war im Kasten.

Für den Abend war ein Besuch im weltbekannten "Dollhouse" geplant. Hierbei handelt es sich um eine Tabledance-Bar ohne weitergehende Ambitionen (glaube ich wenigstens). Natürlich machten vorher alle auf dicke Hose und große Fresse. - Dann wurde es ernst.
Am Eingang des niveauvoll gestalteten Etablissements wurden für den angemessenen Entre von 15,-- DM jedem Kegelbruder noch ein Slipsteckschein im Wert von 2,50 DM überlassen. Hiermit sollte man der Künstlerin seine Ehrerbietung erweisen, indem man ihr bewundernd den Schein zukommen ließ. Verschämt ob der weiblichen Freizügigkeit um uns herum (wir kommen ja vom Land), setzten wir uns in Messdiener-Demutshaltung um einen als Tanzfläche nutzbaren Tisch.Um die Nervosität zu bekämpfen und den Händen eine einigermaßen sinnvolle Beschäftigung zu geben, wurden erst einmal ein paar Runden Warsteiner geordert. Doch wir alle wussten, dass es sich hier weder um einen Wartesaal noch um ein Glasbiergeschäft handelte.
Und so kam wer kommen musste: Die ersten Tänzerinnen stellten sich vor und boten ihre Dienste an. Linda gab den Damen aber zunächst bekannt: "Wir überlegen noch".
Nachdem wir uns akklimatisiert hatten, ließen wir endlich die Puppen tanzen.
Sowohl vollbusige als auch knabenärschige Stripperinnen gaben alles, um die erstandenen Slipsteckscheine zu ergattern. Waldää hat seinen bis heute nicht abgegeben. Pläät war so verzückt, dass er anbot: "Komm ich hol´ Dich raus aus dem Dreck".
Zwei Tische weiter war ein Gast, offensichtlich ein besoffener Schwabe, gar so begeistert, dass er ständig versuchte die Scheine in die kleine Spardose zu stecken, bis er schließlich vom Schutzpersonal in die Schranken verwiesen wurde.

Nach einigen Stunden "Ringelpietz ohne Anpacken" verließen wir begeistert den Laden, dem wir unsere ausdrückliche Empfehlung aussprechen wollen!

Als nächstes fielen wir in die Disco "Tenne" ein. Hier fand der Abend zu später Stunde einen angemessenen Ausklang.

Da es aussichtslos erschien in angemessener Zeit ein Taxi zu bekommen, beschloss ein Teil unter der Führung von THW-Großmeister Chicken unser abgelegenes Domizil via Abkürzung durch den Wald zu erreichen. Um es kurz zu machen: Der andere Teil hatte alles richtig gemacht und wir nicht. Es wurde eine schöne Nachtwanderung bei eisiger Kälte, Schneefall und schwerem Gelände.

In Konrads Herberge angekommen wurden noch die letzten Bierreserven verarbeitet und Linda machte sich noch spät in der Nacht über den Rest kalte Pizza her.

In Winterberg sind wir nicht zum letzten Mal gewesen.

(c) Waldää, September 2002