Traditionskegelclub von 1992

LTU 2018
7. - 9. September 2018 nach Freiburg

Tourbericht

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft
Dieses Tourmotto wurde durch Zug, Ausflugsschiff und Seilbahngondel in die Tat umgesetzt. Aber das wusste die Reisegruppe zu Beginn noch nicht. Schließlich handelte es sich zum neunten Mal um eine Surprise-Tour.

Um die ebenso verwöhnten, wie knausrigen Kameraden für ein Wochenende bei Laune zu halten, tüftelten diesmal Waldää und Chicken an Ziel, Programm und Umsetzung. Nicht allzu viel verräterisches sollte durchsickern, denn das Ziel sollte so lange wie möglich geheim bleiben.


Tag 1 - Freitag

Sehr gespannt, feucht im Schritt, fein gekämmt und mit den notwendigen Habseligkeiten bepackt ging es um rund 9:00 Uhr per Bahn zum ersten Etappenziel Düsseldorf. Die Bahn hatte ein Einsehen und uns ausreichend Zeit für den Umstieg eingeräumt. So war es leicht möglich noch etwas gekühltes Abteilbier für die lange Schunkelfahrt einzukaufen und uns im „Zum Schiffchen“ noch etwas Mut und gute Laune anzutrinken. Nicht, dass das nötig war, aber sicher ist sicher.

Vor lauter Geheimhaltung kam beim Einstieg in den Waggon noch kurz Hektik auf, weil die reservierten Plätze augenscheinlich mit anderen Reservierungen und Fahrgästen belegt waren. Das Missverständnis konnte, abgesehen von einer einzelnen, widerspenstigen und sehr zickigen Dame schnell geklärt werden. Entspannung mache sich in der 1. Klasse des EC breit.

In Köln stieg noch unser Pläät dazu, womit die Truppe wieder vollständig vereint war. Nur Öshi fehlte, wie er die Finanzmarktstabilität als Chuck Norris vom Dienst alleine in Balance halten musste.

Nun konnte das Tourziel, dass sich auch durch das Fernziel des Zuges schon erahnen ließ, offiziell verraten werden. Jedem Reisegenossen wurde ein üppig gefüllter, eigens für die Tour entwickelter, individueller lekketäsch-Proviantbeutel überreicht. Neben Fest- und Flüssigleckereien war auch ein Tour-Flyer mit Ziel und Programm enthalten. Das erste lekketäsch-typische Genöle „Wer isst denn MAOAM?“, „Ich trinke doch keinen Jägermeister!“ wurde von den Planern großzügig überhört. Schon im nächsten Jahr sollte das Planungsteam ja zum Glück selbst wieder Gelegenheit zum unberechtigten Herumnölen erhalten.

Um 15 Uhr, als das Sitzfleisch langsam aber sicher durchgescheuert war, erreichten wir das Ziel: Freiburg, die schöne Stadt mit Bächle, Langer Roten und Schön-Wetter-Garantie, so der Plan.

Neu für uns war nicht nur das Tourziel, sondern auch, dass das Hotel schon vor unserem Besuch unterwohnt war. Aber der Schein trog. Hinter den Zimmertüren war bis auf die Auslegeware alles bereits sehr ansprechend renoviert.

Keine Zeit für Sentimentalitäten: Vor der vorgesehenen Kneipenexpedition musste dringend eine ausreichende Grundlage geschaffen werden.
Das mexikanische Restaurant „El Gallo“ drängte sich durch seine Fußläufigkeit und den besonderes vertrauenswürdigen Namen auf. Wir wurden nicht enttäuscht.

Vermutlich war es Linda, der alte Fuchs, der spätestens nach Bekanntgabe des Tourziels sein Smartphone glühen ließ und offenbar bereits einen Alternativplan in petto hatte, als er uns zum „Kastaniengarten“ lotste (Ein ungewollter Eingriff in die Planungshoheit, der in diesem Fall gerne übersehen wurde.). Der Inbegriff von Chynasky´s vielzitierter Lebensqualität.
Jeder sollte so einen Kastaniengarten hinter dem Haus haben.
Bis auf die Selbstbedienung ;-) ein Traum!

Nach dem Sonnenuntergang ging es gemeinschaftlich zum „Eimer“, wo der Promillekönig ausgekickert werden konnte. Anschließend beschlossen wir den Abend mehr oder weniger individuell in den Locations „jazzhouse“, „Feierling Biergarten“ und „Daniela‘s Eschholzstüble“ ausklingen zu lassen.


Tag 2 - Samstag

Halb neun hat sich für die ersten Nachtschwärmer traditionell als Standardfrühstückszeit etabliert. Die meisten trudelten auch diesmal wieder um diese Zeit im Frühstückssaal ein. Ein sehr ansehnliches Buffet weckte mehrfach unser Interesse. Ein Stärkung, die auch nötig war, wollten wir doch unter anderem in Titisee in den gleichnamigen stechen.

Doch vor diesem Törn hatte der Gott des ÖPNV uns eine schwere Prüfung gestellt. Statt der vorgesehenen Bahnreise gab es Schienenersatzverkehr. Mit einem unklimatisierten, muffigen Linienbus ohne Bordbistro tuckelten wir durch die sonnige südschwarzwäldische Prärie. Ein zähes und schweißtreibendes Unterfangen, wenn auch mit schöner Aussicht auf das Höllental und das Himmelreich.

Spontan fielen uns ein paar Liedzeilen der Toten Hosen ein: „Ich will nicht ins Paradies, wenn der Weg dorthin so schwierig ist“.
(aus Songtext von „Paradies“ © Universal Music Publishing Group, BMG Rights Management)

An der Grenze zur Dehydrierung erreichten wir Titisee. Sofort wurde ein Kiosk überfallen.
Leicht erfrischt enterten wir den Ausflugskahn und machten es uns auf dem blechernen Sonnendeck gemütlich. Bei schönstem Wetter ließ sich jeder nach individuellen Möglichkeiten die Brise durchs Haar wehen. Auch wenn wir uns noch ein wenig zu jung für diesen Programmpunkt fühlten, darf man sich nicht der Realität und den lokalen Sehenswürdigkeiten verweigern. Man muss auch mal zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Wieder an Land, lud der „Bergsee Biergarten“ zur notwendigen Erquickung ein, ehe die unvermeidliche Rückfahrt im dieselbetriebenen Ziehharmonika-Aromasafe anstand.

Nach der Rückkehr in Freiburg ging es mit dem Taxi zur Talstation der Schauinslandbahn bei Horben. Die Seilbahn brachte uns gegen 15:30 Uhr auf den Höhepunkt dieser Tour.

Das Restaurant „Die Bergstation“ musste nun zum Essen, als auch für unsere höchste Jahreshauptversammlung aller Zeiten (1.220m üNN) herhalten.
Diese JHV gehört sicherlich zu den kontroversesten ihrer Art, aber das ist gelegentlich nicht vermeidbar.

In nur leicht erschütterter Eintracht nahmen wir gegen 18:00 Uhr die letzte Seilbahn ins Tal, um schnellstmöglich die mittlerweile dringend notwendige Restaurierung im Hotel vornehmen zu können.

Als weiteren Lieblingsplatz hatten wir den Biergarten „Feierling“ in Erinnerung, der nun als erstes angesteuert wurde. Mit etwas Geschick schafften wir es nach und nach, uns in dem vollen Bereich um zwei Tische zu scharen und den Abend mit leckerem Bier zu genießen.

Während Paula, Pläät, Arnold den Abend dort ausklingen ließen, wechselten Chynasky, Waldää, Chicken, Wixää, Linda und Wölff noch einmal die Lokalität und besuchten das „jazzhaus“. Nach der 80er-Party am Vortag stand heute konsequenterweise die 90er-Jahre-Party an, die uns sehr gefiel und zur körperlichen Ertüchtigung (Tanzen kann man das wirklich nicht nennen) einlud. Das lag neben der Musikauswahl an den per Beamer präsentierten Original-Musikvideos aus dieser Zeit. Eine sehr schöne Zeitreise, die in Teilen bis zur Schließung um 4:15 Uhr unternommen wurde.


Tag 3 – Sonntag

Der letzte Tag stand zwangsläufig im Zeichen der langen Rückreise. Aber nicht ohne noch mitzunehmen, was mitzunehmen war.
Das üppige Hotelfrühstück wurde dabei nur zur Dehnung des geschundenen Verdauungstraktes genutzt. Zum Abschluss sollte es noch einmal in den schön gelegenen „Kastaniengarten“ gehen. Ein paar kühle Bier im Halbschatten alter Bäume und eine sättigende Abschlussmahlzeit hoch über Freiburg mit Blick auf die Stadt und das Schwabentor …
Ein letztes Mal rund 3 Stunden pure Lebensqualität genießen, bevor die abtörnende Rückreise bevorstand.

Wir wären gerne noch geblieben. Nicht einmal zu einer „Langen Roten“ sind wir gekommen. Aber man kann ja mal wiederkommen …



(c) Chicken, Juni - August 2019

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